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Kaminöfen

Der Kaminofen – Lagerfeuerromantik im Wohnzimmer

Das Feuerholz war bereits vor rund 400.000 Jahren eine Methode zur Wärmegewinnung, im Laufe der Industrialisierung geriet Holz als Energielieferant jedoch etwas in Vergessenheit; durch die steigenden Preise der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Erdgas erlebt das Heizen mit Holz mittlerweile aber eine deutliche Renaissance. In vielen Neubauten gehören Kaminöfen im Wohnzimmer zur Standardeinrichtung, denn sie können besonders in der Übergangszeit Herbst/Winter als Ersatz oder Unterstützung für die normale Heizung verwendet werden; ist dies ebenfalls eine Holzheizung, so benötigt man für das gesamte Haus nur eine Art von Brennstoff und noch dazu einen sehr umweltfreundlichen.

Im Gegensatz zu den früher weit verbreiteten Kachelöfen haben Kaminöfen den Vorteil der Transportfähigkeit, außerdem sind sie preiswerter in der Anschaffung und bieten durch die Glasscheibe des Heizraumes den romantischen Anblick eines flackernden Feuers. Ein Kaminofen benötigt im Gegensatz zum Kachelofen nur eine geringe Stellfläche. Die Bodenplatten aus Glas, Stein oder Metall schützen auch Parkett oder Teppichboden vor der Wärme; allerdings müssen diese Bodenplatten ausreichend dimensioniert sein, um Schäden durch Funkenflug beim Nachlegen von Holz zu vermeiden. Kaminöfen sind im Fachhandel in allen Größen und Formen ab einer Heizleistung von 3 KW erhältlich, eine äußere Verblendung mit Speckstein oder Schiefer hat neben der ansprechenden Optik auch den Vorteil einer besseren Wärmespeicherung. Der Anschluss für die Rauchrohre kann sowohl von oben als auch von der Rückseite erfolgen, so dass bei der Wahl des Stellplatzes mehrere Varianten möglich sind; die meisten Modelle verfügen ebenfalls über sehr nützliche Bauteile wie ein Holzfach im unteren Bereich oder ein zusätzliches Wärmefach über dem Heizraum. Die Verwendung von hochwertigem, gut abgelagerten Brennholz mit einem Wassergehalt unter 16 % verhindert eine Versottung der Rauchrohre und des Kamins; frisch geschlagenes Hart- oder Weichholz benötigt 2-3 Jahre zur Trocknung, ab einer Lagerungsdauer von 4 oder mehr Jahren wird die Heizleistung jedoch deutlich geringer.

Der Wirkungsgrad eines Kaminofens liegt je nach Bauweise und verwendetem Feuerholz bei 70-75 %, denn durch die Rauchrohre und den Kamin geht Heizenergie verloren; dies kann man durch die Verwendung von wasserführenden Kaminöfen reduzieren und den Wirkungsgrad auf rund 80 % erhöhen. Das Grundprinzip dieser neuen Ofengeneration beruht darauf, dass Wasser über einen Wärmetauscher („Wasserregister“) durch die heiße Abluft erwärmt wird; dieses Warmwasser kann dann direkt dem Brauch- bzw. Heizungswasserkreislauf oder einem Speicher zugeführt werden. Der wasserführende Kaminofen ist auch in eine bestehende Heizungsanlage integrierbar, zusätzlich gibt es Einsätze zum Nachrüsten für normale Ofenmodelle. Wasserführende Kaminöfen haben gegenüber normalen Öfen ein größeres Gewicht und einen höheren Preis, der sich jedoch nach rund zwei Jahren amortisiert hat – das Gewicht bleibt.

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